sozpaed.eu – zur Startseite

Berufseinstieg im Sozialbereich – Probezeit, Dienstzettel, Nachtdienste

Wird beim Einstieg in einen sozialen Beruf eine Probezeit vereinbart, dauert sie höchstens einen Monat (§ 19 Angestelltengesetz). Danach folgen Einschulung, Dienste nach Dienstplan und je nach Einrichtung Nachtdienste. Im SWÖ-Kollektivvertrag haben Beschäftigte in sozialen und pädagogischen Bereichen Anspruch auf Supervision.

Stand Geprüft von sozpaed.net 6 Themen · 4 Min.

Ihre Fragen – tippen Sie auf eine Karte

Was gilt in der Probezeit?Die Probezeit dauert höchstens einen Monat.

Die Probezeit dauert höchstens einen Monat. In dieser Zeit können beide Seiten das Dienstverhältnis jederzeit beenden. Für Angestellte steht das in § 19 Abs 2 Angestelltengesetz (RIS, Angestelltengesetz (externer Link)), allgemein in § 1158 Abs 2 ABGB (RIS, ABGB § 1158 (externer Link)).

Eine Probezeit gilt, wenn sie im Arbeitsvertrag vereinbart oder im Kollektivvertrag festgelegt ist. Eine Frist oder ein Grund für die Auflösung ist nicht nötig (Arbeiterkammer, Probezeit (externer Link)). Die Auflösungserklärung muss spätestens am letzten Tag der Probezeit beim Gegenüber ankommen. Ein Kollektivvertrag kann eine kürzere Probezeit festlegen (Arbeiterkammer, Probezeit (externer Link)). Danach gelten die Regeln zur Kündigungsfrist; der SWÖ-Kollektivvertrag verweist dafür auf die gesetzlichen Bestimmungen (§ 39, SWÖ-KV 2026, Fassung GPA (externer Link)).

Manche Kollektivverträge kombinieren Probezeit und Befristung. Im Kollektivvertrag der Diakonie wird die Anstellung, sofern nichts anderes vereinbart ist, zunächst auf drei Monate befristet. Der erste Monat gilt als Probemonat (§ 28, Diakonie-KV 2026, Fassung GPA (externer Link)).

Was muss im Dienstzettel stehen?Der Dienstzettel hält die wesentlichen Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsvertrag …

Der Dienstzettel hält die wesentlichen Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsvertrag schriftlich fest und ist unverzüglich nach Beginn des Arbeitsverhältnisses auszuhändigen (§ 2 AVRAG, RIS (externer Link)). Sie können wählen, ob Sie ihn auf Papier oder elektronisch erhalten (RIS, § 2 AVRAG (externer Link)).

Zu den gesetzlichen Mindestangaben gehören unter anderem diese Punkte (RIS, § 2 AVRAG (externer Link)):

  • Einstufung in ein generelles Schema, etwa Verwendungsgruppe und Gehaltsstufe
  • tägliche oder wöchentliche Normalarbeitszeit
  • anzuwendender Kollektivvertrag
  • Dauer und Bedingungen einer Probezeit
  • Kündigungsfrist und Kündigungstermin

Im SWÖ-KV sind auch Vorrückungen in eine höhere Gehaltsstufe im Dienstzettel festzuhalten (§ 30 Abs 4, SWÖ-KV 2026 (externer Link)). Fehlt ein Dienstzettel, rät die Arbeiterkammer zu einer schriftlichen Aufforderung mit Frist per Einschreiben; notfalls lässt er sich beim Arbeits- und Sozialgericht einklagen (Arbeiterkammer, Arbeitsvertrag und Dienstzettel (externer Link)). Wie die Einstufung zustande kommt, erklärt die Seite Einstufung und Vordienstzeiten.

Wie läuft die Einschulung ab?Die Einschulung ist die Phase, in der Sie Einrichtung, Klient:innen, Abläufe und …

Die Einschulung ist die Phase, in der Sie Einrichtung, Klient:innen, Abläufe und Dokumentation kennenlernen. Weder das AVRAG noch der SWÖ-KV legen dafür eine Mindestdauer fest. Umfang und Form bestimmt der Träger.

Fragen Sie in den ersten Wochen nach Notfallplänen, Übergabe-Routinen, Schutzkonzepten und den Regeln zur Verschwiegenheit. Bitten Sie darum, die ersten Dienste gemeinsam mit erfahrenen Kolleg:innen zu machen. Schreiben Sie offene Fragen mit und klären Sie sie in der Teambesprechung. Wer etwa in einer Wohngemeinschaft der Sozialpädagogik beginnt, sollte die Betreuungspläne der Jugendlichen früh lesen.

Welche Rolle spielen Supervision und Intervision?Supervision ist begleitete Reflexion mit einer externen Fachperson, Intervision die …

Supervision ist begleitete Reflexion mit einer externen Fachperson, Intervision die kollegiale Fallberatung im Team ohne externe Leitung. Beide dienen dazu, belastende Situationen zu ordnen und das eigene Handeln zu überprüfen.

Der SWÖ-Kollektivvertrag gibt Beschäftigten in sozialen, pädagogischen und therapeutischen Bereichen einen Anspruch auf Supervision (§ 35, SWÖ-KV 2026 (externer Link)). Anrechnung als Arbeitszeit und Kostenobergrenzen regelt eine Betriebsvereinbarung, Supervisor:in und Ziel werden einvernehmlich gewählt (SWÖ-KV 2026 (externer Link)). Der Diakonie-KV enthält in § 24 eine gleichlautende Regel (Diakonie-KV 2026 (externer Link)).

Auch Fortbildung ist geregelt. Besteht eine gesetzliche Fortbildungspflicht, die nicht durch angeordnete oder vereinbarte Fortbildungen abgedeckt ist, gibt es laut § 34 SWÖ-KV eine bezahlte Bildungsfreistellung. Sie umfasst bis zu 16 Stunden in zwei Kalenderjahren (SWÖ-KV 2026 (externer Link)). Für Fach-Sozialbetreuer:innen, etwa in der Fach-Sozialbetreuung Behindertenarbeit, sind es 32 Stunden.

Was gilt für Nachtdienste, Wochenenden und das „Radl“?Nachtarbeit ist im SWÖ-Kollektivvertrag die Arbeitszeit zwischen 22 und 6 Uhr, und …

Nachtarbeit ist im SWÖ-Kollektivvertrag die Arbeitszeit zwischen 22 und 6 Uhr, und dafür gibt es eigene Zuschläge (§ 9, SWÖ-KV 2026 (externer Link)). Ab 1. April 2026 beträgt der Zuschlag 9,45 € je Nachtstunde; für einen durchgehenden Nachtdienst gebührt stattdessen eine Pauschale von 54,03 € (SWÖ-KV 2026 (externer Link)).

Neben wachen Nachtdiensten kennt der SWÖ-KV Dienste mit Nachtarbeitsbereitschaft (§ 8 Abs 3, SWÖ-KV 2026 (externer Link)). Zeiten der Nachtarbeitsbereitschaft werden laut § 8 grundsätzlich mit 50 % des Grundstundenlohns abgegolten, pauschal zählen 2 Stunden pro Bereitschaftsdienst wie Nachtarbeit (SWÖ-KV 2026 (externer Link)). Jede weitere Arbeitsaufnahme wird je angefangener halber Stunde wie Nachtarbeit vergütet.

„Radl“ nennt man umgangssprachlich den wiederkehrenden Dienstrhythmus aus Früh-, Spät-, Nacht- und freien Tagen. Der SWÖ-KV setzt dafür Rahmen (SWÖ-KV 2026 (externer Link)):

  • Pro Woche stehen zwei zusammenhängende freie Kalendertage zu, in der Regel an zwei Wochenenden im Monat (§ 4 Abs 2); § 14 kennt Ausnahmen.
  • Die tägliche Mindestruhezeit beträgt elf Stunden (§ 11).
  • Die Arbeitszeit eines Monats wird bis zum 1. des Vormonats vereinbart, im mobilen Bereich bis zum 14. (§ 15).
  • Springen Sie innerhalb von drei Kalendertagen an einem freien Tag ein, gebührt ab 1. April 2026 ein Flexibilisierungszuschlag von 51,30 € (§ 15 Abs 4).

Für pädagogische Kräfte in Einrichtungen der Vollen Erziehung gelten Sonderbestimmungen zur Arbeitszeit (§ 24, SWÖ-KV 2026 (externer Link)). Welche Wochenstunden üblich sind, beschreibt der Ratgeber Teilzeit und Wochenstunden.

Wie sorgen Sie im ersten Jahr für sich selbst?Selbstfürsorge heißt, die eigene Belastung früh wahrzunehmen und gegenzusteuern.

Selbstfürsorge heißt, die eigene Belastung früh wahrzunehmen und gegenzusteuern. Das AMS-Berufslexikon nennt psychische Belastbarkeit ausdrücklich als Anforderung an Sozialpädagog:innen und weist darauf hin, dass in manchen Sozialberufen unregelmäßige Arbeitszeiten üblich sind (AMS-Berufslexikon, Sozialpädagoge/-pädagogin (externer Link)).

Hilfreich sind klare Übergaben am Dienstende, feste freie Zeiten und eine Ansprechperson im Team. Nutzen Sie Supervision aktiv und bringen Sie auch eigene Unsicherheiten ein. Achten Sie auf Warnzeichen wie Schlafprobleme oder ständige Gedanken an die Arbeit in der Freizeit. Sprechen Sie diese an, bevor sie sich verfestigen.

Häufige Fragen 4 kurze Antworten
Kann die Probezeit länger als einen Monat dauern?

Bei Angestellten nicht. Ein Dienstverhältnis auf Probe kann laut Angestelltengesetz höchstens für einen Monat vereinbart werden. Ein Kollektivvertrag kann eine kürzere Probezeit vorsehen.

Was kann ich tun, wenn ich keinen Dienstzettel bekomme?

Die Arbeiterkammer rät, den Dienstzettel per eingeschriebenem Brief mit Frist einzufordern. Wird er verweigert, lässt er sich beim Arbeits- und Sozialgericht einklagen.

Zählt Supervision als Arbeitszeit?

Das hängt vom Betrieb ab. Der SWÖ-Kollektivvertrag überlässt Arbeitszeitanrechnung und Kostenobergrenzen einer Betriebsvereinbarung, der Anspruch selbst steht im Kollektivvertrag.

Wie viel Ruhezeit gilt nach einem Dienst?

Im SWÖ-Kollektivvertrag beträgt die tägliche Mindestruhezeit elf Stunden. Eine Betriebsvereinbarung kann sie auf bis zu neun Stunden verkürzen, wenn die Erholung anders ausgeglichen wird.

Quellen 8 Belege, abgerufen bis 30. September 2026

Gut vorbereitet? Dann zur Bewerbung.

Aktuelle Angebote von Trägern aus ganz Österreich auf sozpaed.net, der Jobbörse für den Sozialbereich.

Nach oben