Einstufung und Vordienstzeiten – wie Berufsjahre das Gehalt bestimmen
Nach § 32 des SWÖ-Kollektivvertrags werden facheinschlägige Vordienstzeiten bis zu 10 Jahre voll angerechnet, andere Berufsjahre zur Hälfte. Insgesamt zählen höchstens 10 Jahre. Danach rückt man alle zwei Dienstjahre in die nächste Gehaltsstufe vor (Fassung 2026).
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Wie funktioniert die Einstufung beim Berufseinstieg?
Die Einstufung nach dem SWÖ-Kollektivvertrag besteht aus zwei getrennten Schritten: erst die Verwendungsgruppe, dann die Gehaltsstufe (§ 30 Abs 2 SWÖ-KV 2026, Textausgabe der GPA (externer Link)).
- Verwendungsgruppe: Sie folgt aus der Art der Tätigkeit (§ 28 Abs 1 SWÖ-KV (externer Link)). Welche Berufe wohin gehören, zeigt die Seite Gehalt nach Beruf.
- Gehaltsstufe: Sie folgt aus den anrechenbaren Vordienstzeiten nach § 32 (§ 30 Abs 2 SWÖ-KV (externer Link)). Ohne anrechenbare Zeiten beginnt man in Stufe 1, die die Jahre 1 und 2 umfasst (SWÖ-KV-Tabelle 2026 (externer Link)).
Aus Eintrittsdatum und angerechneten Zeiten ergibt sich ein Stichtag. Liegt er mitten im Monat, darf er auf den Monatsbeginn vorverlegt werden, eine spätere Vorrückung als errechnet ist nur mit abweichender Betriebsvereinbarung zulässig (§ 30 Abs 5 SWÖ-KV (externer Link)).
Welche Vordienstzeiten rechnet der SWÖ-Kollektivvertrag an?
Der SWÖ-Kollektivvertrag unterscheidet zwischen facheinschlägigen und anderen Vordienstzeiten und deckelt beide gemeinsam bei zehn Jahren (§ 32 SWÖ-KV (externer Link)). Die Regeln im Einzelnen:
- Facheinschlägige Zeiten werden bis zu zehn Jahre voll angerechnet. Arbeit außerhalb eines Dienstverhältnisses, etwa auf Honorarbasis, zählt nur mit einer Bestätigung über Inhalt, Ausmaß und Dauer (§ 32 Abs 1 (externer Link)).
- Andere Zeiten zählen zur Hälfte, wenn weniger als zehn facheinschlägige Jahre vorliegen (§ 32 Abs 2 (externer Link)).
- Obergrenze: Alle angerechneten Zeiten zusammen ergeben höchstens zehn Jahre (§ 32 Abs 3 (externer Link)).
- Zivildienst, Freiwilliges Soziales Jahr und Präsenzdienst werden nach der Fassung vom 1. Jänner 2026 berücksichtigt (§ 32 Abs 5 (externer Link)).
- Nicht angerechnet werden Schul- und sonstige Ausbildungszeiten (§ 32 Abs 5 (externer Link)).
- Frühere Zeiten beim selben Arbeitgeber oder bei verbundenen Unternehmen kommen zusätzlich dazu (§ 32 Abs 6 (externer Link)).
Ein Rechenbeispiel nach diesen Regeln: Wer vier Jahre facheinschlägig und sechs Jahre in einer anderen Branche gearbeitet hat, bekommt vier Jahre voll und drei Jahre zur Hälfte angerechnet. Das ergibt sieben Jahre.
Wichtig ist der Zeitpunkt der Vorlage, denn die Zeiten zählen erst ab dem Monatsersten nach Vorlage der Nachweise (§ 32 Abs 4 SWÖ-KV (externer Link)). Bringen Sie Arbeitszeugnisse und Bestätigungen deshalb schon zur Vertragsunterzeichnung mit.
Kurz erklärt: Facheinschlägig ist eine frühere Tätigkeit, wenn sie inhaltlich der neuen Stelle entspricht. Im Zweifel hilft ein Zeugnis, das Aufgaben und Stundenausmaß genau beschreibt.
Wann steigt das Gehalt in die nächste Stufe?
Nach der Einstufung steigt das Gehalt im SWÖ-Kollektivvertrag alle zwei Dienstjahre um eine Gehaltsstufe, und diese Vorrückung ist im Dienstzettel festzuhalten (§ 30 Abs 4 SWÖ-KV (externer Link)). Die Tabelle hat 18 Stufen (SWÖ-KV-Tabelle 2026 (externer Link)). Die Beträge je Stufe zeigt die Seite zum SWÖ-Kollektivvertrag.
Schließen Sie während der Anstellung eine Ausbildung ab und übernehmen eine höherwertige Tätigkeit, wechseln Sie linear in die höhere Gruppe und bleiben in derselben Stufe (§ 30 Abs 7 SWÖ-KV (externer Link)). Die Anerkennung einer ausländischen Ausbildung als gleichwertig (Nostrifikation) steht dabei einem Abschluss gleich. Wie das Verfahren abläuft, erklärt die Seite Anerkennung des Abschlusses.
Was gilt bei Teilzeit?
Die Beträge der Gehaltstabelle gelten für Vollzeit, das sind im SWÖ-Kollektivvertrag 37 Wochenstunden (§ 4 Abs 1 SWÖ-KV (externer Link)). Teilzeitkräfte dürfen wegen der Teilzeit nicht schlechter gestellt werden, außer sachliche Gründe rechtfertigen es. Freiwillige Sozialleistungen stehen ihnen zumindest im Verhältnis ihrer Arbeitszeit zu (§ 19d Abs 6 Arbeitszeitgesetz, RIS (externer Link)).
Für den Stundenlohn nennt der SWÖ-Kollektivvertrag eine feste Formel: Der Grundstundenlohn ist das Monatsgehalt ohne Zulagen und Zuschläge, geteilt durch 160,21, also 37 Wochenstunden mal 4,33 (§ 3 Abs 2 SWÖ-KV (externer Link)).
Auch bei den Vordienstzeiten ist Teilzeit kein Nachteil mehr. Die frühere Regel, nach der Zeiten unter 19 Wochenstunden nur anteilig zählten, gilt für Dienstverhältnisse ab 1. Februar 2011 nicht mehr (§ 32, Fußnote 1 SWÖ-KV (externer Link)). Mehr zur Wahl des Stundenausmaßes lesen Sie im Ratgeber zu Teilzeit und Wochenstunden.
Wie rechnet der Caritas-Kollektivvertrag Vordienstzeiten an?
Der Caritas-Kollektivvertrag regelt die Anrechnung ähnlich, aber mit anderen Grenzen (Caritas-Kollektivvertrag 2026, Abschnitt B.2 (externer Link)). Facheinschlägige Zeiten zählen zur Gänze bis zehn Jahre, bei Eintritt vor dem 1. Februar 2017 bis acht Jahre. Andere Zeiten zählen höchstens acht Jahre zur Hälfte. Werden angemeldete Zeiten binnen zwei Monaten belegt, wirkt die höhere Einstufung rückwirkend ab Dienstbeginn (Caritas-KV, B.2.5 (externer Link)). Vorrückungstermine sind der 1. Jänner und der 1. Juli (Caritas-KV, E.1.2 (externer Link)).
Offene Stellen, bei denen Sie Ihre Berufsjahre einbringen können, finden Sie unter den Stellen im Sozialbereich (externer Link).
Häufige Fragen
Zählt ein Freiwilliges Soziales Jahr als Vordienstzeit?
Ja. In der Fassung vom 1. Jänner 2026 berücksichtigt § 32 Abs 5 des SWÖ-Kollektivvertrags Zeiten eines Freiwilligen Sozialen Jahres, eines Zivildienstes und eines Präsenzdienstes.
Werden Praktika während der Ausbildung angerechnet?
Schul- und sonstige Ausbildungszeiten zählen laut § 32 Abs 5 nicht als Vordienstzeit. Praktika im Rahmen der Ausbildung fallen damit in aller Regel nicht darunter.
Muss ich meine Vordienstzeiten sofort beim Eintritt nachweisen?
Der SWÖ-Kollektivvertrag rechnet die Zeiten ab dem Monatsersten an, der auf die Vorlage folgt. Wer die Nachweise früh bringt, wird also früher richtig eingestuft.
Gelten Vordienstzeiten aus Deutschland?
Der Wortlaut von § 32 unterscheidet nicht zwischen Zeiten im Inland und im Ausland. Entscheidend sind die Facheinschlägigkeit und ein Nachweis, etwa ein Arbeitszeugnis mit Inhalt, Ausmaß und Dauer.
Quellen
- gpa.at/content/dam/gpa/downloads/kollektivvertrag/gesundheit,-soziales,-kirchen/swö/2026/swoe 2026__GPA_netz_04Maer2026.pdf (externer Link) – abgerufen am
- arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/Arbeitszeit/SonderformenderArbeitszeit/Teilzeitarbeit.html (externer Link) – abgerufen am
- ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe (externer Link) – abgerufen am
- gpa.at/content/dam/gpa/downloads/kollektivvertrag/gesundheit,-soziales,-kirchen/caritas/2026/Caritas 2026_GPA_netz_26Maer2026.pdf (externer Link) – abgerufen am
- swoe.at/folder/380/SWÖ-KV-Tabelle_2026_Web.pdf (externer Link) – abgerufen am
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