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Der SWÖ-Kollektivvertrag – Gehaltstabelle und wichtigste Regeln

Der SWÖ-Kollektivvertrag gilt für Mitglieder der Sozialwirtschaft Österreich und per Satzung für weitere Träger. Er kennt neun Verwendungsgruppen und 18 Gehaltsstufen bei 37 Wochenstunden. Seit 1. April 2026 reicht die Stufe 1 von 2.206,00 € (Gruppe 1) bis 3.886,80 € (Gruppe 9) brutto im Monat.

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Für wen gilt der SWÖ-Kollektivvertrag?Der Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich gilt österreichweit für …

Der Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich gilt österreichweit für Beschäftigte, deren Arbeitgeber Mitglied im Verband Sozialwirtschaft Österreich ist. Die geltende Fassung ist seit 1. Jänner 2026 in Kraft (§ 2 SWÖ-KV 2026, Textausgabe der GPA (externer Link)). Der Vertrag entstand als BAGS-Kollektivvertrag und trat am 1. Juli 2004 erstmals in Kraft (Vorwort der Textausgabe (externer Link)).

Über den Mitgliederkreis hinaus wirkt eine sogenannte Satzung. Das Bundeseinigungsamt hat den Kollektivvertrag 2026 mit der Verordnung BGBl. II Nr. 106/2026 zur Satzung erklärt (RIS, BGBl. II Nr. 106/2026 (externer Link)). Laut Vorwort der GPA-Ausgabe wenden deshalb viele weitere Einrichtungen den Vertrag an, die nicht Mitglied sind (Vorwort der Textausgabe (externer Link)).

Nicht erfasst sind Pflichtpraktika im Rahmen von Schule oder Studium und Volontariate (§ 2 Abs 4 SWÖ-KV (externer Link)). Für leitende Angestellte und Geschäftsführungen gelten Teile des Vertrags nicht, etwa die Arbeitszeitregeln (§ 2 Abs 3 SWÖ-KV (externer Link)).

Wie ist die Gehaltstabelle aufgebaut?Die Gehaltstabelle des SWÖ-Kollektivvertrags ordnet jedes Mindestgehalt nach zwei …

Die Gehaltstabelle des SWÖ-Kollektivvertrags ordnet jedes Mindestgehalt nach zwei Achsen: der Art der Tätigkeit und den anrechenbaren Dienstjahren (§ 30 Abs 1 und 2 SWÖ-KV (externer Link)). Die Tätigkeit bestimmt die Verwendungsgruppe von 1 bis 9 (§ 28 SWÖ-KV (externer Link)). Die Dienstjahre samt angerechneten Vordienstzeiten bestimmen die Gehaltsstufe von 1 bis 18, jede Stufe umfasst zwei Jahre bis zum 36. Jahr (KV-Tabelle 2026 (externer Link)).

Die Tabellenwerte sind Mindestgrundgehälter, eine höhere Bezahlung ist also erlaubt (§ 30 Abs 1 SWÖ-KV (externer Link)). Die Vorrückung in die nächste Stufe erfolgt nach jeweils zwei Dienstjahren und muss im Dienstzettel stehen (§ 30 Abs 4 SWÖ-KV (externer Link)). Wie frühere Jahre angerechnet werden, erklärt die Seite Einstufung und Vordienstzeiten.

SWÖ-Kollektivvertrag, Monatsgehalt brutto für Vollzeit (37 Wochenstunden) in Euro, gültig ab 1. April 2026, Auswahl von Stufen
VerwendungsgruppeStufe 1 (Jahr 1–2)Stufe 5 (Jahr 9–10)Stufe 10 (Jahr 19–20)Stufe 18 (Jahr 35–36)
VG 42.494,30 €2.692,40 €2.935,60 €3.255,70 €
VG 52.676,40 €2.963,90 €3.232,90 €3.658,20 €
VG 62.867,20 €3.210,00 €3.581,20 €4.040,50 €
VG 73.074,80 €3.444,40 €3.904,50 €4.396,90 €
VG 83.348,90 €3.918,70 €4.451,60 €4.986,30 €
VG 93.886,80 €4.703,20 €5.403,10 €6.101,30 €

Quelle aller Beträge: SWÖ-KV-Tabelle ab 1. April 2026 der Sozialwirtschaft Österreich (externer Link). Die Verwendungsgruppen 1 bis 3 umfassen laut § 28 unter anderem Küchen-, Reinigungs- und Portierdienste sowie Hauswirtschaft in Wohngruppen (§ 28 Abs 2 SWÖ-KV (externer Link)). Welche sozialen Berufe in welche Gruppe fallen, zeigt die Seite Gehalt nach Beruf.

Wie lang ist die Arbeitswoche nach dem SWÖ-Kollektivvertrag?Eine Vollzeitstelle umfasst nach dem SWÖ-Kollektivvertrag 37 Wochenstunden bei einer …

Eine Vollzeitstelle umfasst nach dem SWÖ-Kollektivvertrag 37 Wochenstunden bei einer täglichen Normalarbeitszeit von acht Stunden (§ 4 Abs 1 SWÖ-KV (externer Link)). Wird die Woche regelmäßig auf höchstens vier Tage verteilt, sind bis zu zehn Stunden am Tag möglich (§ 4 Abs 3 SWÖ-KV (externer Link)). Der 24. und der 31. Dezember sind grundsätzlich dienstfrei, bei Dienst gibt es eine Zeitgutschrift (§ 4 Abs 6 SWÖ-KV (externer Link)).

Wer in Teilzeit ohne vereinbarte Durchrechnung mehr als zwei Stunden pro Woche über das vereinbarte Ausmaß arbeitet, bekommt für jede weitere Stunde 25 % Zuschlag (§ 5 Abs 2 SWÖ-KV (externer Link)). Seit 1. Jänner 2026 können Beschäftigte bei dauerhafter Mehrarbeit schriftlich eine Erhöhung ihres Stundenausmaßes geltend machen. Ist das aus betrieblichen Gründen nicht möglich, nehmen Arbeitgeber und Beschäftigte Gespräche auf, bei Bestehen eines Betriebsrats unter dessen Beteiligung (§ 5 Abs 5 SWÖ-KV (externer Link)).

Wann werden die Sonderzahlungen ausbezahlt?Die Sonderzahlungen sind nach dem SWÖ-Kollektivvertrag spätestens mit dem Juni- und dem …

Die Sonderzahlungen sind nach dem SWÖ-Kollektivvertrag spätestens mit dem Juni- und dem Novembergehalt fällig und heißen Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration (§ 26 Abs 1 SWÖ-KV (externer Link)). Grundlage ist das Monatsgehalt samt Zulagen, Zuschläge für Nacht-, Sonn- oder Überstunden zählen nicht dazu (§ 26 Abs 3 SWÖ-KV (externer Link)). Wer im Laufe des Jahres eintritt oder austritt, erhält den aliquoten Teil (§ 26 Abs 4 SWÖ-KV (externer Link)). Zusammen mit zwölf Monatsgehältern ergibt das 14 Zahlungen im Jahr.

Welche Zulagen und weiteren Ansprüche regelt der Vertrag?Neben dem Grundgehalt sieht der SWÖ-Kollektivvertrag feste Zulagen vor, die zum 1. …

Neben dem Grundgehalt sieht der SWÖ-Kollektivvertrag feste Zulagen vor, die zum 1. April 2026 angehoben wurden (§ 31 SWÖ-KV (externer Link)). Für Arbeit an Sonn- und Feiertagen gebühren seither 6,22 € Zuschlag pro Stunde. Die Leitung einer Kindertagesbetreuungseinrichtung erhält für die erste Gruppe 118,73 € im Monat. Weitere Leitungszulagen regelt der Betrieb.

Für die Praxis im Sozialbereich sind zwei weitere Ansprüche wichtig. Beschäftigte in sozialen, pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern haben Anspruch auf Supervision (§ 35 SWÖ-KV (externer Link)). Für gesetzlich vorgeschriebene Fortbildung gibt es eine bezahlte Freistellung von bis zu 16 Stunden in zwei Kalenderjahren, für Fachsozialbetreuer:innen bis zu 32 Stunden (§ 34 Abs 2 SWÖ-KV (externer Link)).

Wie stark steigen die Gehälter 2026 und 2027?Die Tabellenwerte sind mit 1. April 2026 um 2,60 % gestiegen, bestehende höhere …

Die Tabellenwerte sind mit 1. April 2026 um 2,60 % gestiegen, bestehende höhere Ist-Gehälter um 2,40 % (Sozialwirtschaft Österreich, SWÖ-KV 2026 und 2027 (externer Link)). Für 2027 ist bereits eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,30 % ab 1. Jänner 2027 vereinbart, bei einer Inflationsrate zwischen 2,3 % und 2,7 % kommt eine Ausgleichskomponente dazu (swoe.at (externer Link)). Auf swoe.at war zum Prüfdatum dieser Seite nur die Tabelle 2026 veröffentlicht.

Wer im Sozialbereich eine Stelle sucht, findet Angebote von SWÖ-Mitgliedern und anderen Trägern unter den aktuellen Stellen im Sozialbereich (externer Link).

Häufige Fragen 4 kurze Antworten
Wofür stand die frühere Bezeichnung BAGS?

BAGS stand für Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe. Unter diesem Namen trat der Kollektivvertrag am 1. Juli 2004 in Kraft, heute heißt der Verband Sozialwirtschaft Österreich.

Gilt der SWÖ-Kollektivvertrag auch für Praktikant:innen?

Nein. § 2 Abs 4 nimmt Pflichtpraktikant:innen aus Schule oder Studium sowie Volontär:innen ausdrücklich vom Geltungsbereich aus.

Haben Beschäftigte nach dem SWÖ-Kollektivvertrag Anspruch auf Supervision?

Ja, § 35 gibt Beschäftigten in sozialen, pädagogischen und therapeutischen Arbeitsbereichen einen Anspruch auf Supervision. Arbeitszeitanrechnung und Kostengrenzen regelt eine Betriebsvereinbarung.

Wo finde ich den vollständigen Text des SWÖ-Kollektivvertrags?

Die Sozialwirtschaft Österreich stellt Kollektivvertrag, Gehaltstabelle und eine barrierefreie Fassung auf swoe.at bereit. Die Gewerkschaft GPA veröffentlicht eine eigene Textausgabe.

Quellen 4 Belege, abgerufen bis 30. September 2026

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