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Arbeitsfeld Familienbetreuung – Familienhilfe, Familienarbeit, Beratung

Familienbetreuung unterstützt Familien in Krisen direkt in ihrem Alltag – im Haushalt, bei der Erziehung oder in Beratungsgesprächen. Dazu zählen die Familienhilfe nach Landesrecht, ambulante Erziehungshilfen der Kinder- und Jugendhilfe und rund 400 geförderte Familienberatungsstellen (Bundeskanzleramt, Stand 2026).

Stand Geprüft von sozpaed.net 8 Themen · 4 Min.

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Was bedeutet Familienbetreuung?Familienbetreuung ist ein Sammelbegriff für Hilfen, die Familien in belastenden …

Familienbetreuung ist ein Sammelbegriff für Hilfen, die Familien in belastenden Situationen direkt unterstützen, meist in ihrer eigenen Wohnung. Anders als bei einer Unterbringung bleibt das Kind in der Familie; die Hilfe kommt zu ihr.

In Österreich lassen sich drei Formen unterscheiden, die rechtlich unterschiedlich verankert sind:

  • Familienhilfe: praktische Unterstützung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung, wenn ein Elternteil ausfällt.
  • Ambulante Familienarbeit der Kinder- und Jugendhilfe: sozialpädagogische Begleitung, wenn die Erziehung gefährdet ist.
  • Familienberatung: Beratung zu Partnerschaft, Erziehung, Trennung und rechtlichen Fragen in Beratungsstellen.
Was leistet die Familienhilfe?Die Familienhilfe springt ein, wenn eine Familie in eine Krise gerät, etwa durch …

Die Familienhilfe springt ein, wenn eine Familie in eine Krise gerät, etwa durch Krankheit oder Tod eines Elternteils oder einen Krankenhausaufenthalt. Ziel ist, dass die Kinder in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können (Land Oberösterreich: Familienhilfe (externer Link)). Das Angebot ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.

Ein Beispiel ist Oberösterreich. Dort gibt es eine kurzfristige Familienhilfe über einige Wochen und eine Familienlangzeithilfe für höchstens drei Jahre, etwa nach Tod, Unfall oder Krankheit. Die Familienhilfe ist dort eine Leistung nach dem Oö. Sozialhilfegesetz und wird zu rund 80 % aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die Familien zahlen einen Kostenbeitrag, den die Caritas Oberösterreich beim Erstbesuch berechnet. Mehr zum Sozialbereich im Land lesen Sie auf der Seite Oberösterreich.

Was ist ambulante Familienarbeit?Ambulante Familienarbeit ist Teil der Kinder- und Jugendhilfe und setzt an, wenn das …

Ambulante Familienarbeit ist Teil der Kinder- und Jugendhilfe und setzt an, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist, die Gefährdung aber in der Familie abgewendet werden kann. Das Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetz 2013 nennt diese Hilfe „Unterstützung der Erziehung“ (§ 29). Dazu zählen etwa Beratung, die Förderung der Erziehungskraft der Familie, die Förderung der Entwicklung des Kindes und regelmäßige Hausbesuche (Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetz 2013 (externer Link)).

2024 erhielten in Österreich 45.313 Kinder und Jugendliche Unterstützung der Erziehung, rund dreieinhalbmal so viele wie in voller Erziehung (Kinder- und Jugendhilfestatistik 2024 (externer Link)). Die Leistungen erbringen die Jugendämter und anerkannte private Einrichtungen (Bundeskanzleramt (externer Link)). Mehr zum rechtlichen Rahmen lesen Sie auf der Seite Kinder- und Jugendhilfe.

Was machen Familienberatungsstellen?In Österreich gibt es rund 400 geförderte Familien- und Partnerberatungsstellen, und …

In Österreich gibt es rund 400 geförderte Familien- und Partnerberatungsstellen, und zwar in allen Bezirken (Bundeskanzleramt: Familienberatung (externer Link)). Die Förderung wurde 1974 eingeführt, Rechtsgrundlage ist das Familienberatungsförderungsgesetz. 2025 wurden dort rund 362.000 Beratungsstunden angeboten und rund 527.000 Beratungsgespräche geführt. Die Stellen gehören unterschiedlichen Trägerorganisationen an. Schwerpunkte sind laut Bundeskanzleramt Schwangerschaftsberatung, Gewalt in der Familie, Scheidung und Trennung sowie die Beratung von Eltern mit behinderten Kindern.

Wer arbeitet in der Familienbetreuung?Für die Familienhilfe gibt es einen eigenen Ausbildungsschwerpunkt: die …

Für die Familienhilfe gibt es einen eigenen Ausbildungsschwerpunkt: die Diplom-Sozialbetreuung für Familienarbeit. Diesen Schwerpunkt gibt es nur auf Diplomniveau, die Arbeit findet im Rahmen mobiler Dienste im Haushalt der Familie statt. Sie gehört zu den Sozialbetreuungsberufen, die Bund und Länder in einer Art. 15a-Vereinbarung (externer Link) geregelt haben. Laut AMS-Berufslexikon (externer Link) dauert die Ausbildung drei Jahre mit 1.800 Stunden Theorie und 1.800 Stunden Praxis. Die Pflegeassistenz ist eingeschlossen, das Mindestalter liegt bei 17 Jahren. Wo diese Ausbildung angeboten wird, beschreibt die Seite Schule für Sozialbetreuungsberufe.

Welche Abschlüsse in der ambulanten Familienarbeit der Kinder- und Jugendhilfe als Fachkraft gelten, bestimmt das Landesgesetz. In Wien dürfen etwa Aufgaben der Sozialarbeit nur Personen mit einer Ausbildung für Sozialarbeit übernehmen (§ 6 Abs. 3, Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetz (externer Link)). Wie sich die Berufe unterscheiden, erklärt die Seite zu Sozialpädagog:innen. Wer in Familienberatungsstellen arbeitet, hängt vom Angebot der jeweiligen Stelle ab.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?Laut AMS-Berufslexikon übernehmen Diplom-Sozialbetreuer:innen für Familienarbeit …

Laut AMS-Berufslexikon (externer Link) übernehmen Diplom-Sozialbetreuer:innen für Familienarbeit Haushaltsführung und Kinderbetreuung. Sie kaufen ein, kochen, waschen, helfen bei Hausaufgaben und begleiten zu Arzt- und Behördenterminen. Dazu kommen Koordinationsgespräche mit anderen sozialen Diensten.

In der ambulanten Familienarbeit besuchen Sie Familien regelmäßig zu Hause. Sie arbeiten mit Eltern an Tagesstruktur, Erziehung und Konflikten und stimmen sich mit dem Jugendamt ab. Die Arbeit ist mobil: Sie fahren von Familie zu Familie und dokumentieren anschließend. Termine richten sich nach dem Familienalltag und können auch nachmittags oder abends liegen.

Welche Belastungen gibt es?Sie arbeiten allein in fremden Wohnungen und erleben Konflikte, Armut oder Gewalt aus …

Sie arbeiten allein in fremden Wohnungen und erleben Konflikte, Armut oder Gewalt aus nächster Nähe. Gleichzeitig müssen Sie Vertrauen aufbauen und Gefährdungen erkennen. Regelmäßige Teamtreffen und Supervision sind deshalb wichtig. Supervision ist im SWÖ-Kollektivvertrag für soziale und pädagogische Arbeitsbereiche als Anspruch verankert, sofern Ihr Dienstgeber diesen KV anwendet (§ 35, SWÖ-KV 2026 (externer Link)).

Wie gelingt der Einstieg?Für die Familienhilfe ist die Ausbildung zur Diplom-Sozialbetreuung Familienarbeit der …

Für die Familienhilfe ist die Ausbildung zur Diplom-Sozialbetreuung Familienarbeit der direkte Weg. Für die ambulante Familienarbeit führen ein Kolleg für Sozialpädagogik oder ein Studium der Sozialen Arbeit ans Ziel, sofern das Landesgesetz den Abschluss als Fachkraft anerkennt. Wie sich diese Wege vergleichen lassen, zeigt die Übersicht zur Ausbildung in sozialen Berufen. Offene Stellen in der Familienbetreuung (externer Link) finden Sie auf sozpaed.net.

Häufige Fragen 3 kurze Antworten
Was ist der Unterschied zwischen Familienhilfe und Familienarbeit der Kinder- und Jugendhilfe?

Familienhilfe springt ein, wenn eine Familie etwa wegen Krankheit den Haushalt nicht schafft, und ist in Oberösterreich zum Beispiel im Sozialhilferecht geregelt. Ambulante Familienarbeit der Kinder- und Jugendhilfe setzt an, wenn die Erziehung gefährdet ist.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Diplom-Sozialbetreuerin für Familienarbeit?

Laut AMS-Berufslexikon in der Regel drei Jahre mit je 1.800 Stunden Theorie und Praxis. Die Pflegeassistenz ist in die Ausbildung eingebaut.

Muss man für die Familienberatung Sozialarbeit studiert haben?

Das hängt von der Beratungsstelle ab. Die Förderung nach dem Familienberatungsförderungsgesetz ist an Qualitätskriterien gebunden; welche Berufe im Team vertreten sind, legt die jeweilige Stelle fest.

Quellen 7 Belege, abgerufen bis 30. September 2026

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