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Quereinstieg in soziale Berufe – Ausbildung, Förderung, erste Schritte

Für den Quereinstieg in soziale Berufe fördert das AMS Ausbildungen mit Stipendien. Das Fachkräftestipendium setzt mindestens vier Jahre Beschäftigung in den letzten 15 Jahren voraus und läuft höchstens drei Jahre, das Pflegestipendium für Sozialbetreuungsberufe höchstens vier (AMS, Stand 2026).

Stand Geprüft von sozpaed.net 5 Themen · 4 Min.

Ihre Fragen – tippen Sie auf eine Karte

Welche Wege gibt es für Quereinsteiger:innen?Quereinsteiger:innen können im Sozialbereich auf verschiedenen Stufen beginnen, von der …

Quereinsteiger:innen können im Sozialbereich auf verschiedenen Stufen beginnen, von der Heimhilfe-Ausbildung bis zum Hochschulstudium (Belege je Zeile in der Tabelle). Welcher Weg passt, hängt von Ihrem Schulabschluss, Ihrer finanziellen Lage und dem gewünschten Arbeitsfeld ab. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung: Haben Sie Matura? Wollen Sie mit Kindern und Jugendlichen, mit Menschen mit Behinderungen oder mit alten Menschen arbeiten? Können Sie für die Ausbildung aus dem Job aussteigen?

Einstiegswege in soziale Berufe nach Vorbildung (Stand 30.09.2026)
WegVoraussetzungUmfangQuelle
HeimhilfeMindestalter 18 für die Tätigkeit200 Unterrichtseinheiten plus 200 Stunden PraktikumRIS, Art.-15a-Vereinbarung (externer Link)
Schule für SozialbetreuungsberufeAbschluss mittlere/höhere Schule oder Lehre, ab 17 bzw. 19 Jahren2 Jahre (Fach) oder 3 Jahre (Diplom)bmb.gv.at (externer Link)
Kolleg für Sozial- oder ElementarpädagogikMatura, Berufsreife- oder Studienberechtigungsprüfung, Eignungsprüfung4 Semester, berufsbegleitend 4 bis 6bmb.gv.at (externer Link)
Bachelor Soziale ArbeitMatura oder einschlägige berufliche Qualifikation mit Zusatzprüfungen6 Semester, 180 ECTSoesterreich.gv.at (externer Link), hcw.ac.at (externer Link)

Die Details zu jedem Weg stehen auf den Seiten zur Schule für Sozialbetreuungsberufe, zum Kolleg für Sozialpädagogik und zum Studium Soziale Arbeit an der FH.

Wie kommen Sie ohne Matura zu Kolleg oder FH?Ohne Matura öffnen zwei Prüfungen den Weg zu Kolleg oder Studium.

Ohne Matura öffnen zwei Prüfungen den Weg zu Kolleg oder Studium. Die Berufsreifeprüfung besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch, Mathematik, eine lebende Fremdsprache und ein Fachbereich aus dem eigenen Beruf. Sie setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, etwa eine Lehre, und öffnet Universitäten, Fachhochschulen und Kollegs ohne Einschränkung (Bundesministerium, Berufsreifeprüfung (externer Link), Stand 2026).

Die Studienberechtigungsprüfung ist enger gefasst. Sie setzt ein Mindestalter von 20 Jahren und eine Vorbildung über die Schulpflicht hinaus voraus. Sie besteht aus fünf Prüfungen und berechtigt nur zu jener Studienrichtung, für die sie abgelegt wurde (oesterreich.gv.at, Studienberechtigungsprüfung (externer Link), Stand 31.08.2023, abgerufen 2026).

Fachhochschulen können beruflich Qualifizierte auch direkt aufnehmen, meist mit Zusatzprüfungen (oesterreich.gv.at (externer Link)). Das MCI in Innsbruck verlangt dann Zusatzprüfungen in Deutsch, Englisch und Mathematik, die 30 € pro Fach und Antritt kosten (MCI (externer Link), Stand 2026).

Welche Förderungen bietet das AMS?Für Umsteiger:innen gibt es zwei AMS-Stipendien, die sich bei den förderbaren …

Für Umsteiger:innen gibt es zwei AMS-Stipendien, die sich bei den förderbaren Ausbildungen unterscheiden: das Fachkräftestipendium und das Pflegestipendium. Beantragen können es beim Fachkräftestipendium unter anderem Arbeitslose und Personen, die wegen der Ausbildung karenziert sind (AMS (externer Link)).

Fachkräftestipendium für Kolleg und Elementarpädagogik

Das Fachkräftestipendium fördert Ausbildungen von einer Liste des AMS. Darauf stehen das Kolleg im Bereich Sozialpädagogik, Schulen im Bereich Elementarpädagogik sowie Kolleg und Aufbaulehrgang für Berufstätige in Elementarpädagogik (AMS-Liste der förderbaren Ausbildungen, gültig ab 1.7.2024 (externer Link)). Laut AMS müssen Sie in den letzten 15 Jahren mindestens vier Jahre beschäftigt gewesen sein. Einen Abschluss einer Fachhochschule, Pädagogischen Hochschule oder Universität dürfen Sie nicht haben (AMS, Fachkräftestipendium (externer Link), Stand 2026).

Die Ausbildung muss mindestens drei Monate dauern und durchgehend mindestens 20 Wochenstunden umfassen. Gefördert wird für die Dauer der Ausbildung, höchstens drei Jahre. Bewilligt werden kann frühestens drei Monate vor Ausbildungsbeginn, ein Beratungsgespräch beim AMS ist vorher nötig (AMS (externer Link)).

Pflegestipendium für Sozialbetreuungsberufe

Das Pflegestipendium gilt trotz seines Namens auch für die Schule für Sozialbetreuungsberufe. Förderbar sind laut AMS die zweijährige Fachausbildung, die dreijährige Diplomausbildung und die jeweiligen berufsbegleitenden Formen. Die Beihilfe ist mindestens so hoch wie das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe und wird höchstens vier Jahre gezahlt (AMS, Pflegestipendium (externer Link), Stand 2026). Das Ende Ihrer Ausbildungspflicht muss zu Ausbildungsbeginn mindestens zwei Jahre zurückliegen (AMS (externer Link)).

Was sind Arbeitsstiftungen?Arbeitsstiftungen bieten geförderte Ausbildungen gemeinsam mit dem AMS an.

Arbeitsstiftungen bieten geförderte Ausbildungen gemeinsam mit dem AMS an. In Oberösterreich bietet die FAB eine Implacementstiftung für Gesundheits- und Sozialberufe in Linz, Wels und Vöcklabruck an. Sie qualifiziert unter anderem zur Fach- und Diplom-Sozialbetreuung und zur Heimhilfe. Die Förderbarkeit klärt das AMS (FAB (externer Link), Stand 2026).

In Wien arbeiten waff, AMS Wien und Wiener Betriebe bei „Jobs PLUS Ausbildung“ zusammen. Für den Lehrgang Fach-Sozialbetreuung Behindertenarbeit mit Start am 9. Februar 2026 waren unter anderem Hauptwohnsitz in Wien, ein Mindestalter von 18 Jahren und die abgeschlossene 9. Schulstufe gefordert. Die Teilnehmenden erhielten während der zweijährigen Vollzeitausbildung mindestens 1.496 € pro Monat und danach eine fixe Stelle mit 25 bis 37 Wochenstunden (waff (externer Link), Stand 2026). Neue Lehrgänge und Bedingungen erfahren Sie direkt beim waff oder bei Ihrer AMS-Geschäftsstelle. Träger und Landesstellen stellen die Bundesländer-Seiten vor, etwa zum Sozialbereich in Wien.

Wie gehen Sie den Umstieg praktisch an?Ein strukturierter Plan hilft beim Umstieg.

Ein strukturierter Plan hilft beim Umstieg. Eine mögliche Reihenfolge:

  1. Ausprobieren: Ein Praktikum, Ehrenamt oder Nebenjob zeigt, ob Ihnen Zielgruppe und Dienstzeiten liegen.
  2. Beraten lassen: Klären Sie beim AMS vor Ausbildungsbeginn, welches Stipendium für Sie infrage kommt.
  3. Ausbildung wählen: Entscheiden Sie nach Arbeitsfeld und Vorbildung zwischen SOB, Kolleg und FH.
  4. Stelle suchen: Viele Ausbildungen lassen sich mit einer Anstellung verbinden, siehe berufsbegleitende Ausbildung im Sozialbereich.

Wie Ausbildung und frühere Berufserfahrung die Einstufung beeinflussen, erklärt die Seite zu Einstufung und Vordienstzeiten. Einen ersten Eindruck vom Arbeitsmarkt geben die Stellen im Sozialbereich (externer Link) auf sozpaed.net.

Häufige Fragen 4 kurze Antworten
Brauche ich für den Quereinstieg eine Matura?

Nicht für jeden Weg. Heimhilfe und Schule für Sozialbetreuungsberufe setzen keine Matura voraus. Für Kolleg und FH können Sie die Matura über Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung nachholen.

Bekomme ich das Fachkräftestipendium, wenn ich schon einen Bachelor habe?

Nein. Laut AMS ist das Fachkräftestipendium ausgeschlossen, wenn Sie bereits einen Abschluss einer Fachhochschule, Pädagogischen Hochschule oder Universität haben.

Muss ich für eine Förderung meinen Job kündigen?

Nicht unbedingt. Beim Fach- und Pflegestipendium kommt statt einer Kündigung auch eine Karenzierung beim Dienstgeber infrage. Wer weiterarbeiten will, prüft die Weiterbildungsteilzeit oder eine berufsbegleitende Form.

Wie finde ich heraus, ob mir die Arbeit liegt?

Ein Praktikum, ein Ehrenamt oder Schnuppertage bei einem Träger zeigen schnell, ob Zielgruppe und Dienstzeiten passen. Kollegs und Schulen für Sozialbetreuungsberufe prüfen die Eignung ohnehin vor der Aufnahme.

Quellen 9 Belege, abgerufen bis 30. September 2026

Ausbildung geplant? Stellen gibt es schon jetzt.

Aktuelle Angebote von Trägern aus ganz Österreich auf sozpaed.net, der Jobbörse für den Sozialbereich.

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