Berufsbegleitend in den Sozialbereich – Ausbildung neben dem Job
Die wichtigsten Ausbildungen im Sozialbereich gibt es auch berufsbegleitend. Das Kolleg für Sozialpädagogik dauert dann vier bis sechs Semester, die Schule für Sozialbetreuungsberufe vier bis neun Semester (Bildungsministerium, Stand 2026). FH-Bachelor Soziale Arbeit bieten sechs Hochschulen berufsbegleitend an.
Ihre Fragen – tippen Sie auf eine Karte
Welche Ausbildungen gibt es berufsbegleitend?
Die wichtigsten Ausbildungen im Sozialbereich gibt es in Österreich auch in einer Form für Berufstätige: das Bachelorstudium Soziale Arbeit, das Kolleg für Sozialpädagogik, das Kolleg für Elementarpädagogik und die Schule für Sozialbetreuungsberufe. Die Belege stehen je Zeile in der Tabelle. Bei der FH Vorarlberg dauert die berufsbegleitende Form länger als die Vollzeitform, bei den Kollegs je nach Standort.
| Ausbildung | Dauer berufsbegleitend | Abschluss | Quelle |
|---|---|---|---|
| Kolleg für Sozialpädagogik | 4 bis 6 Semester | Diplomprüfung | bmb.gv.at (externer Link) |
| Kolleg für Elementarpädagogik | 4 bis 6 Semester | Diplomprüfung | bmb.gv.at (externer Link) |
| Schule für Sozialbetreuungsberufe | 6 bis 9 bzw. 4 bis 6 Semester | Fach- oder Diplomprüfung | bmb.gv.at (externer Link) |
| Bachelor Soziale Arbeit, FH Vorarlberg | 7 Semester, 180 ECTS | Bachelor of Arts in Social Sciences | fhv.at (externer Link) |
| Bachelor Soziale Arbeit, Hochschule Campus Wien | 6 Semester, 180 ECTS | Bachelor of Arts in Social Sciences | hcw.ac.at (externer Link) |
Die übrigen berufsbegleitenden FH-Angebote in Soziale Arbeit führen die USTP (externer Link) in St. Pölten, die FH Oberösterreich (externer Link) in Linz, die CU Hochschule Kärnten (externer Link) in Feldkirchen und die FH Salzburg (externer Link) (alle Stand 2026). Eine vollständige Übersicht mit Studienbeiträgen steht auf der Seite Studium Soziale Arbeit an der FH.
Wie sind die Unterrichtszeiten organisiert?
Die Zeitmodelle reichen von Abendunterricht bis zu mehrtägigen Blockwochen. Die FH Salzburg unterrichtet Soziale Arbeit berufsbegleitend an zwei Abenden pro Woche, dienstags und mittwochs von 16 bis 20.15 Uhr, dazu kommen Wochenendblöcke (FH Salzburg (externer Link), Stand 2026). Am Bundesinstitut für Sozialpädagogik in Baden umfasst das Kolleg für Berufstätige rund 23 Unterrichtstage pro Semester, gebündelt in Fünf-Tages-Blöcken (BISOP Baden (externer Link), Stand 2026).
Ein Sonderfall ist das berufsbegleitend-duale Modell der USTP in St. Pölten. Es verbindet Studium und Anstellung mit fixen Praxis- und Ausbildungsblöcken in einer Sozialeinrichtung (USTP (externer Link), Stand 2026).
Bevor Sie sich festlegen, gleichen Sie das Zeitmodell mit Ihrem Dienstplan ab: Feste Unterrichtsabende und Blockwochen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Dienstplanung.
Welche Voraussetzungen gelten für Berufstätige?
Für die Kollegs brauchen Sie Matura, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung sowie eine positive Eignungsprüfung (bmb.gv.at, Berufsfeld Elementar- und Sozialpädagogik (externer Link)). Für die Schule für Sozialbetreuungsberufe genügt ein Abschluss einer mittleren oder höheren Schule oder eine Lehre. In der Berufstätigenform liegt das Mindestalter bei 19 Jahren (bmb.gv.at, Sozialberufliche Schulen (externer Link), Stand 2026). Details zu den einzelnen Wegen stehen auf den Seiten zum Kolleg für Sozialpädagogik und zur Schule für Sozialbetreuungsberufe.
Wie hilft die Weiterbildungszeit?
Während einer mit dem Dienstgeber vereinbarten Weiterbildungszeit oder Weiterbildungsteilzeit zahlt das AMS eine Weiterbildungsbeihilfe beziehungsweise Weiterbildungsteilzeitbeihilfe. Beantragen lässt sie sich seit 8. Juni 2026 (AMS, Weiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit (externer Link), Stand 2026).
Die wichtigsten Bedingungen laut AMS:
- Sie sind bei Antragstellung mindestens 12 Monate durchgehend beim aktuellen Dienstgeber voll versichert beschäftigt.
- Sie schließen mit dem Dienstgeber eine Vereinbarung über Weiterbildungszeit oder -teilzeit.
- Die Weiterbildung umfasst mindestens 20 Wochenstunden (Weiterbildungszeit) oder 10 Wochenstunden (Weiterbildungsteilzeit), bei einem Studium 20 bzw. 10 ECTS pro Semester.
- Die Weiterbildungszeit dauert höchstens ein Jahr, die Teilzeitvariante höchstens zwei Jahre, jeweils innerhalb von vier Jahren.
Die Weiterbildungsbeihilfe beträgt mindestens 41,49 € pro Tag (Wert 2026, AMS (externer Link)). Bei der Weiterbildungsteilzeit arbeiten Sie mit reduzierter Stundenzahl weiter und erhalten die Weiterbildungsteilzeitbeihilfe. Wie sich weniger Wochenstunden auf das Gehalt auswirken, zeigt Gehalt nach Beruf im Sozialbereich.
Warum berufsbegleitend lernen?
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Verbindung von Theorie und Alltag. Was Sie im Unterricht lernen, können Sie im eigenen Arbeitsalltag erproben. Umgekehrt bringen Sie Fragen aus der Praxis in den Unterricht mit.
Der Nachteil ist die Doppelbelastung über mehrere Jahre. Klären Sie vorher mit Ihrem Dienstgeber, ob Dienstplan, Urlaub für Blockwochen und Praktika zusammenpassen. Eine Supervision oder ein regelmäßiges Gespräch mit der Praxisanleitung hilft, die Belastung im Blick zu behalten.
Wie finden Sie einen passenden Arbeitsplatz?
Beim berufsbegleitend-dualen Modell der USTP ist die Praxis in einer Sozialeinrichtung fester Teil des Studiums (USTP (externer Link)). Achten Sie in Stelleninseraten auf Hinweise wie „Ausbildung berufsbegleitend möglich“. Die Bundesländer-Seiten, etwa zum Sozialbereich in Niederösterreich, nennen die großen Träger im Land. Eine Auswahl aktueller Angebote finden Sie unter allen Stellen im Sozialbereich (externer Link) auf sozpaed.net. Wer ganz ohne Vorerfahrung startet, liest zuerst die Seite zum Quereinstieg in den Sozialbereich.
Häufige Fragen
Kann ich neben einer Vollzeitstelle berufsbegleitend studieren?
Die berufsbegleitenden Formen sind für Berufstätige gedacht. Wer dafür Stunden reduzieren will, kann mit dem Dienstgeber eine Weiterbildungsteilzeit vereinbaren und beim AMS eine Beihilfe beantragen.
Zählt meine Arbeitsstelle als Praktikum?
Das entscheidet die jeweilige Hochschule oder Schule. Beim berufsbegleitend-dualen Modell der USTP sind feste Praxis- und Ausbildungsblöcke in einer Sozialeinrichtung Teil des Studiums.
Wer zahlt die berufsbegleitende Ausbildung?
Studienbeitrag oder Schulgeld tragen grundsätzlich Sie selbst. Das AMS fördert unter bestimmten Bedingungen über Pflegestipendium, Fachkräftestipendium oder Weiterbildungsbeihilfe.
Quellen
- bmb.gv.at/Themen/ep/berufsfeld_ez_sp.html (externer Link) – abgerufen am
- bmb.gv.at/Themen/schule/schulsystem/sa/bmhs/sozialberufe.html (externer Link) – abgerufen am
- hcw.ac.at/studium-weiterbildung/studienangebot/soziale-arbeit-bachelor-bb (externer Link) – abgerufen am
- ustp.at/de/studium/soziales/soziale-arbeit-bachelor (externer Link) – abgerufen am
- fh-salzburg.ac.at/studium/as/soziale-arbeit-bachelor (externer Link) – abgerufen am
- fhv.at/en/studies/social-work-health/social-work-part-time-ba (externer Link) – abgerufen am
- fh-ooe.at/studienangebot/soziale-arbeit-bachelor (externer Link) – abgerufen am
- cu-hochschule-kaernten.at/studium/gesundheit-soziales/bachelor/soziale-arbeit (externer Link) – abgerufen am
- ams.at/arbeitsuchende/aus-und-weiterbildung/so-foerdern-wir-ihre-aus--und-weiterbildung-/weiterbildungszeit-weiterbildungsteilzeit (externer Link) – abgerufen am
- bisopbaden.ac.at/bisop/die-ausbildung/ausbildungsformen (externer Link) – abgerufen am
Ausbildung geplant? Stellen gibt es schon jetzt.
Aktuelle Angebote von Trägern aus ganz Österreich auf sozpaed.net, der Jobbörse für den Sozialbereich.